Elf Flaschen Weißwein und zwei Urschwaben

Verständnis kommt von verstehen – schwierig, wenn ein Dialekt zwischen zwei Menschen steht. Drei Möglichkeiten damit umzugehen: lächeln und ohne sich verstanden zu haben auseinander gehen. „Passt schon.“ Oder auch: Sich auf die Dinge konzentrieren, die schon verständlich sind. Dritte Möglichkeit: Alkohol.

Grillen und grinsen

„Hast du nicht Lust runterzukommen, um mit uns zu grillen“, fragt mich Volker, als er an meiner Haustür steht. Gerade von der Arbeit gekommen, antworte ich mit meinem knurrenden Magen. „Also ja?“, hakt mein neuer Vermieter nach. Voll gerne bin ich dabei.

Neue Freunde: Wildkatzen

Um ehrlich zu sein, waren meine vier freie Tage in den Osterferien ein wenig einsam. Erst vor vier Wochen bin ich von Bremerhaven in das 1700-Seelen-Dorf Ebersbach-Musbach gezogen. Außer den wilden Katzen vor meiner Haustür und meinen neuen Arbeitskollegen, kenne ich noch nicht allzu viele in Oberschwaben.

Der Beefer

Angelächelt von allen Seiten setze ich mich an den Holztisch, der im Innenhof des restaurierten Bauernhofes aufgebaut ist. Die Sonne strahlt, der Weißwein fließt und ich erzähle meinen neuen, netten & offenen Nachbarn, wer ich so bin. Als Volker mit seinem „Beefer“-Grill ein Stück Fleisch für mich zurecht brät, kann es kaum perfekter werden.

Zwei Urschwaben, noch mehr Wein

Doch einige Weinflaschen später fahren zwei Urschwaben auf ihren Rädern an uns vorbei. Lautstark. Einer kriegt kurz vor dem Sturz noch die Kurve und radelt in die Hofeinfahrt.

Wir lachen und können in den nächsten Stunden auch nicht mehr aufhören. Die beiden entscheiden sich spontan an unseren Tisch zu setzen. „So jetzt kannst du etwas über Sprache lernen“, raunt mir Volkers Frau zu.

Rohr verlegt

Leider kann ich in diesem Blogpost absolut gar nichts davon zitieren. Der Grund: Ich habe kaum etwas verstanden und wüsste auch nicht, wie ich den Dialekt aufschreiben sollte. Smilie.

Einer meiner neuen Nachbarn übersetzt: Es geht um Heizungen. Eine Kundin habe ihre Jeans gegen einen Rock getauscht, als der ausgebildete Monteur Ersatzteile für ihre Heizung besorgen wollte. Den Rest verstehe ich dann wieder nicht. Dieses mal, weil mein Übersetzer nicht mehr aufhören kann zu lachen. Ich lache einfach mit.

So ist es

Das Leben auf dem Land: Kann ich nach vier Wochen Ebersbach-Musbach schon ein Fazit ziehen? Schon sagen: Ja, das hier ist alles ein wenig entspannter als in der Stadt – und irgendwie ist es auch perfekt?  Klar kann ich das nicht.

Doch was ich sagen kann: Die ersten elf Flaschen Weißwein waren ein berauschender Anfang.

Wie ich in Bad Saulgau auf Schwarzgeld-Weidel gestoßen bin und wie viel Nerven mich das gekostet hat, schreibe ich jeden Sonntag auf neusucht.blog

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