48 Stunden Südkorea: Geheime Liebe im Lovehotel

Jane hat nur noch 48 Stunden zu leben. Zumindest in Südkoreas Hauptstadt Seoul. Schon am übernächsten Morgen würde sie im Flieger zurück nach Deutschland sitzen – mehr verkatert als lebendig 🍺🍾😵

Klar: Es ist eine Bar in Kreuzberg. Dort sitzt Jane (*Name geändert) neben mir am Tisch, während das Bier nur zwei Euro kostet. Wir bestellen ein paar davon, dann fängt Jane an ihre Geschichte zu erzählen:

Studenten kapern Bar

„Wir wollten es noch einmal krachen lassen und haben darum am vorletzten Abend einfach die komplette Bar beschlagnahmt“, erinnert sie sich. Eine Nacht lang tanzt die 27-Jährige mit Studenten, die sie während ihres Auslandsemesters in Seoul kennengelernt hat.

Küssen zu dritt

Nach Mitternacht zerrt eine ihrer Freundinnen sie mit auf die Toilette. Als sie anfangen sich zu küssen kommt ein Typ in die Kabine – und knutscht mit. So nah sind sie sich in den Vorlesungen noch nicht gekommen, sagt Jane und lacht. „Irgendwann wurde mir das zu viel und ich habe sie alleine gelassen um weiterzutanzen.“

Geheime Liebe

Draußen ist es schon wieder hell, da entscheidet sich Jane mit einem anderen Typen in ein Lovehotel zugehen – ein Haus voll mit geheimen Sex. Für Jane ist es ihr erster Besuch. „Zuhause bei den Eltern hätten wir niemals Sex haben können. Ehre und Scham spielen in den südkoreanischen Familien eine andere Rolle“, erklärt Jane aus ihrer Erfahrung. Darum habe auch jeder ihrer Freunde zwei Facebook-Profile: Eines für die Familie und ein Privates, auf dem geknutscht wird.

Unisex? Unerwünscht

Und in den Studentenwohnheimen? „Da sind die Bereiche nach Geschlechtern getrennt“, sagt Jane. Eine Schlüssel-Karte erschwert das Schummeln am Eingang.

Teurer Spaß

Im Lovehotel angekommen checken beide mit einer Kreditkarte ein. Hier ist das Geschlecht egal. Einen Concierge gibt es in der Lobby nicht. Alles soll möglichst diskret bleiben. Der Preis für die Nacht in einem der vielen Lovehotels: „so rund 35 Euro“, erinnert sich Jane. Inklusive ist eine Flasche Champagner, die im Zimmer bereitsteht. Dates können so schon mal etwas teurer werden – eine Beziehung erst recht.

Berlin Wedding

Andere Sitten

Stunden später treffen alle Freunde von letzter Nacht wieder zusammen: Dieses Mal in einem der vielen 24-Stunden-Restaurants. Jane hat nicht geschlafen. Gemeinsam futtern sie sich neue Reserven für den letzten Abend in Seoul an. Alleine in eines dieser Restaurants gehen – das geht übrigens nicht. „Ne das macht keiner. Nur mit Freunden. Sonst würdest du da sofort wieder rausgeschmissen werden. Man isst immer in Gesellschaft“, erklärt Jane. Bei Touristen sei man inzwischen liberaler.

Trip in der Metro

Dass sie am nächsten Morgen überhaupt noch zum Flughafen findet wundert sie im Nachhinein selbst. Immer wieder nickt sie in der Metro ein, halluziniert so gar. Trotzdem fliegt sie schließlich pünktlich zurück nach Deutschland. Ein Jahr später erzählt sie mir nun davon. Ihre Augen leuchten.

Sie kennt den DJ

Nun: Berlins Bars sind voll von Geschichten voller Kreativer, die mal eben ein halbes Jahr in Schweden, Dänemark oder Südkorea wohnen und unter der Woche nach Berlin reinfahren, um mit einem Bekannten durch die Nacht zu tanzen. Dass dieser Bekannte gleichzeitig als europaweit gefeierter DJ auf der Party auflegt – das erzählen manche so nüchtern, als wäre es nichts Besonderes.

Ist es doch aber! Oder? Noch mehr Neugier versuche ich regelmäßig hier auf neusucht.blog zu machen.

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